Antonio Vivaldi: Catone in Utica

Dramma per musica
Libretto von Pietro Metastasio
Musik von Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
konzertante Aufführung  - Kölner Erstaufführung

Handlung:
Bis heute darf Pietro Metastasio als der berühmteste Librettist der Operngeschichte angesehen werden. Seine insgesamt 27 Libretti, deren Stoffe er ausnahmslos der Historie und Mythologie entnahm, waren die meistvertonten Operntexte des 18.Jahrhunderts.

Die Handlung des »Catone in Utica« entlehnte Metastasio der römischen Geschichte: Der vielfach als ›Vater des Vaterlandes‹ bezeichnete Republik-Verfechter Cato war nach dem Sieg des Republik-Feindes Caesar bei Pharsalos und nachdem sein politischer Verbündeter Pompeius in Ägypten ermordet worden war (48 v. Chr.) in das afrikanische Utica geflüchtet. Aus dieser historischen Situation entwickelte Metastasio für sein Libretto eine heimliche Liebesbeziehung von Catos Tochter Marzia zu dessen Todfeind Cesare. Um die Aussichtslosigkeit ihrer Liebe wissend, willigt Marzia resignierend in eine gefühlskalte Verbindung mit dem numidischen Prinzen Arbace (historisch: Juba) ein. Die unglückliche Witwe des Pompeius, Emilia (historisch: Cornelia), sieht sich von Fulvio, dem Gesandten Cesares, geliebt... also ausgerechnet von einem Parteigänger jenes verhassten Usurpators, der ihren Gatten auf dem Gewissen hat.

Diese Personen-Konstellation, in der sich Liebesnöte, Gewissenskonflikte und politisch-moralische Überzeugungen zu einem scheinbar unauflösbaren Knäuel verknüpfen, bot den Komponisten der Metastasio-Ära – und eben auch Antonio Vivaldi – eine geradezu ideale Vorlage für affektgeladene Arien oder für solche, die als Ausdrucksmittel der inneren Selbstüberprüfung der handelnden Figuren dienen. Bei Vivaldis Version beeindruckt nicht zuletzt auch der ausgefeilte und komplexe Stil der Rezitative

Inszenierung:
Vivaldis »Catone in Utica« wird von Gianluca Capuano dirigiert, der sich 2014 mit »Leucippo« an der Oper Köln bereits um die Wiederentdeckung des »sächsischen Italieners« Johann Adolf Hasse verdient gemacht hat. Unterstützt wird er dabei erneut von Concerto Köln, dem renommierten Spezial-Orchester für Alte Musik.

Besetzung:
Kangmin Justin Kim, Cesare
Richard Croft, Catone
Vivicc Genaux, Emilia
Claudia Rohrbach, Arbace
Margarita Gritskova, Fulvio
Adriana Bastidas Gamboa, Marzia

Gianluca Capuana, Musikalische Leitung

 
 

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