Händel: Jephtha

Georg Friedrich Händels Jephtha ist sonst auf Konzertpodien zu erleben, doch die mitreißende Handlung und die ausdrucksstarken Arien und Chöre des Oratoriums bieten einen idealen Stoff für die Opernbühne. 

Händels Oratorium ist der Geschichte Jephthas aus dem Alten Testaments entnommen. Jephtha, von seinen Halbbrüdern aus Gilead vertrieben, wächst in der Verbannung zu einem gottesfürchtigen und ruhmreichen Herrführer heran. Nach 18 Jahren soll Jephtha die Bewohner Gileads von ihrer Sklaverei unter den Ammonitern befreien. Jephtha gelobt Jehova, wenn er ihm den Sieg schenkt, als Opfer das erste Geschöpf, das ihm aus dem Hause bei der Heimkehr entgegentritt. Dieses Geschöpf ist seine Tochter und Jephtha vollstreckt das Opfer an ihr.

Händels Librettisten Thomas Morell diente dieser Stoff als Vorlage, doch nahm er eine gravierende Umdeutung des Opfermythos vor: Das Menschenopfer wird eliminiert, die Tochter Iphis bleibt am Leben. 

Doch trotz dieser Änderung: Für Händel blieb das Leiden der Menschen unter einem blinden, unabänderlich verhängten Schicksal das zentrale Thema des Werkes. Die Geschichte Jephthas schien für ihn zentrale theologische und philosophische Grundfragen aufzugreifen und ihn persönlich betroffen zu machen – und das nicht nur, weil während der Komposition des Werkes seine tragische Sehschwäche einsetzte, die wenige Monate nach der Uraufführung 1752 in London zur Blindheit führte.

In sieben Aufführungen präsentiert das Concerto Köln unter der musikalischen Leitung von Ivor Bolton Händels Jephtha an der „De Nationale Opera“ in Amsterdam. Für die Inszenierung ist der renommierte Regisseur Claus Guth zuständig, auf der Bühne sind mit Bejun Mehta, Anna Prohaska, Wiebke Lehmkuhl, Richard Croft u.a. einige der begehrtesten Sänger unserer Zeit zu erleben.

 

Georg Friedrich Händel
Jephta, Oratorium HWV 70 (1752)
 
Shunske Sato, Konzertmeister
 
Ivor Bolton, Dirigent

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